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KI-Kompetenz

Selbstauskunft lügt: Aufgabenbasiertes KI-Literacy-Messen

2026-10-02 ~5 Min.

Selbstauskunft lügt: Aufgabenbasiertes KI-Literacy-Messen

Die beliebteste Evaluationsmethode in KI-Schulungsprogrammen ist die Pre/Post-Selbstauskunft: „Wie kompetent fühlen Sie sich?" Sie ist billig, schnell — und systematisch falsch.

Selbstauskunft (SR)Objektiv (MAIL-CS/AICOS)Aufgabenbasiert (Task)SR divergiert stark von objektiver Leistung

1. Die Divergenz (Guide 2, §2.2)

Selbstberichtete und objektive Maße der KI-Literacy korrelieren nur schwach (C, K-12-Lehrkräfte; CFA + latente Profilanalyse). Programme, die auf Selbstauskunft basieren, überschätzen ihre Wirkung.

Ursachen:

  • LLM-Fallacy: Nutzer schreiben KI-Outputs ihrer eigenen Kompetenz zu.
  • Dunning-Kruger in der KI: Anfänger überschätzen sich, Fortgeschrittene unterschätzen sich.
  • Soziale Erwünschtheit: Nach einer Schulung „besser" zu antworten ist sozial erwünscht.

2. Was stattdessen zu messen ist

Guide 2 (§5.1) empfiehlt ein aufgabenbasiertes Quasi-Experiment:

  • Design: Pre/Post mit Vergleichsgruppe (oder Within-Subjects-Bedingungen pro Aufgabe).
  • Messung auf realen beruflichen Aufgaben mit objektiver Bewertung.
  • Instrumente: objektive Literacy-Skala (AICOS/MAIL-CS) + Task-Performance + SR-vs-OB-Gap + Adoption (UTAUT-Items) + Technostress/Wellbeing.

3. Die Kirkpatrick-Lücke

Die meisten Programme messen Level 1 (Reaktion) und Level 2 (Lernen via Selbstauskunft). Level 3 (Verhalten) und Level 4 (Ergebnisse) bleiben leer. Genau dort liegt der program-evaluation-White-Space — und genau dort zählt Art. 4.

Weiterführende Links


Quellen: Guide 2 (Evaluation), §2.2/§5.1; Korpus 16.459 Papers (Stand 2026-10). EOF echo "3 done"